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Wat Dhammaniwasa |
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4.3. Der Laie und der Buddhismus |
Wolfgang u. Nico
Der mittlere Pfad, der edle achtfache Pfad.
paticcasamuppāda, Bedingte Entstehung
Was hat es mit den Bettelmönchen auf sich?
Inwiefern gilt man als Laienjünger
Saranattaya - Die Zufluchtsformel
1. Buddhanussati - Betrachtung über den Buddha
2. Dhammānussati - Betrachtung über den Dhamma
3. Sanghānussati - Betrachtung über den Sangha
1. Panca sila – Die fünf Sittenregeln
2. Die acht Sittenregeln - attha-sila
3. Dasasikkhāpada - Die zehn Regeln der Disziplin
Die acht Ströme des Verdienstes - Abhisanda Sutta (A.VIII.39)
Die Folgen des Bruches der Sittenregeln - Duccaritavipāka Sutta (A.VIII.40)
Nachteilen für einen Laienanhänger
(2) Das Böse vermeiden; dem Heilsamen sich widmen
(3) Den eigenen Geist reinigen; das Gemüt läutern
Die Göttlichen Verweilungszustände, brahmavihāra
1. Sotapanna, der in den Strom eingetretene
2. Sakadagami, der Einmalwiederkehrer
3. Anagami, der Nichtwiederkehrer
4. Arahant, der vollkommene Heilige
Als der Buddha dieses Dasein durchschaute und die Heiligkeit erreichte, wurde ihm klar, wie schwierig es ist, diese Lehre zu verstehen und diesem Weg zu folgen. Anfangs wollte er sein Wissen gar nicht weitergeben, da er überlegte, dass ihm Plage und Anstoss gewiss sei, wenn er die Satzung darlege und die anderen ihn doch nicht begreifen würden. Aber er sah ein, dass es Wesen edlerer Art gibt und dass sie die Lehre verstehen werden. Und er beschloss, seine Lehre darzulegen. (siehe M.26).
Nach seiner Erleuchtung ging der Buddha in den Park Isipatana (in der Nähe von Varanasi) zu den fünf Asketen, die ihm bei seinem Streben nach innerem Fortschritt gedient hatten. Und er richtete sich an sie mit dem übliche Gespräch, nämlich das Gespräch über das Geben (Großzügigkeit), über Tugend und über eine bessere Welt, und er verkündete das Elend, die Leere und Unreinheit des Verlangens und den Segen der Verleugnung und des Verzichts.
Als der Erhabene sah, dass ihr Geist gut vorbereitet war, sanft und frei von Hindernissen, verkündete er den mittleren Pfad, den edlen achtfachen Pfad. Darauf folgten die vier edlen Wahrheiten: dukkha (das Unbefriedigende, Leiden), der Ursprung, das Ende und der Weg zum Ende von dukkha.
Über gegenseitige Abhängigkeit hat der Erhabene viel nachgedacht, vor und nach seiner Erleuchtung. Er muss damals auch die Lehre von der gegenseitigen Abhängigkeit unterrichtet haben. Denn während er die Lehrrede der vier edlen Wahrheiten zuhörte, entstand im Ehrwürdigen Kondañña die leidenschaftsfreie, makellose Vision der Wahrheit: "Was immer die Natur des Entstehens hat, hat auch die Natur des Vergehens.“ Das bedeutet, dass er die erste Stufe der Heiligkeit erreicht hatte.
"Zwei Extreme sind von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei? - Bei den Sinnendingen sich dem Anhaften am Sinnenwohl hingeben, dem niederen, unedlen, heillosen; und sich der Selbstqual hingeben, der schmerzlichen, unedlen, heillosen.
Der Mittelweg vermeidet diese beiden Extreme. Dieser Mittelweg macht sehend und wissend, führt zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna.”
Dies gilt für Mönche und Nonnen. Aber auch ein edler Laienanhänger kann diese Extreme vermeiden. Er kann, wenn er möchte, dem Mittelweg folgen, der zum Frieden, zur direkten Einsicht, zur Erleuchtung und zum Nibbāna führt. Dieser Mittelweg nun ist nichts anderes als der edle achtfache Pfad, nämlich:
1. Rechte Erkenntnis; dies ist die Verwirklichung der vier edlen Wahrheiten.
2. Rechte Gesinnung; dies bedeutet, eine abstinente, friedliche und gewaltfreie Gesinnung zu haben.
3. Rechte Rede; dies ist die Verwendung wahrer, versöhnlicher, milder und weiser Sprache (auch schriftlich).
4. Rechtes Handeln; dies bedeutet, vom Töten, vom Stehlen und von unerlaubtem Sexualverhalten Abstand zu nehmen.
5. Rechter Lebensunterhalt; dies bedeutet, seinen Lebensunterhalt so zu bestreiten, dass man anderen keinen Schaden oder Nachteile zufügt.
6. Rechte Anstrengung; sie besteht darin, dass man das Unheilsame nicht entstehen lässt, dass man das bereits entstandene Unheilsame überwindet, dass man das bereits entstandene Heilsame bewahrt und dass man das Heilsame entwickelt.
7. Rechte Achtsamkeit; sie besteht in der ständigen Betrachtung des Körpers, der Gefühle, des Geistes und der Objekte des Geistes.
8. Rechte Entwicklung des Geistes bzw rechte Einigung; dies ist das verweilen in den vier meditativen Stufen (Jhanas) oder das nachdenken über den Buddha, den Dhamma und den Ariyasangha, oder über den Tod, den Körper, Metta oder andere Themen.
Nach dem achtfachen Pfad folgte die Zusammenfassung der vier edlen Wahrheiten:
1. “Die edle Wahrheit der Unvollkommenheit (dukkha[1]) ist: Die fünf Gruppen des Ergreifens sind unbefriedigend, frustrierend, nicht zufriedenstellend.“[2]
2. Die edle Wahrheit von der Entwicklung von dukkha ist das Begehren nach sinnlichen Wünschen, der Daseinsdurst, der Nichtseinsdurst.
3. Die edle Wahrheit von der Auflösung von dukkha ist das restlose Erlöschen dieses Begehrens, die Entreizung und Auflösung von ihm, die Loslösung von ihm, das nicht mehr an ihm haften.
4. Die edle Wahrheit des Pfades, der zur Auflösung von Dukkha führt, ist eben der oben erwähnte edle achtfache Pfad.“
Die ‘Bedingte Entstehung (paticcasamuppada) ist
die Lehre von der gegenseitigen Abhängigkeit, von der
Kausalität aller physischen und mentalen Phänomene, die das
sogenannte individuelle Dasein ausmachen, wobei diese Phänomene
mit den konventionellen Namen Ich, Individuum, Mensch, Tier, Gott usw.
bezeichnet werden.
Alle Dinge sind
abhängig von Bedingungen, sowohl in ihrer Qualität als auch
in ihrem Entstehen und Vergehen. In einer Formel, meist als Kette mit
12 Gliedern, wird der Zusammenhang zwischen Unwissenheit, Verlangen und dukkha umschrieben. Und mit dem Ende der Unwissenheit wird auch Verlangen und dukkha beendet. Anstatt Unwissenheit tritt wahres Wissen ein und das bedeutet das Durchdringen der vier edlen Wahrheiten.
Beim Buddha entstand die Frage: "Was ist die Ursache dieses mannigfachen Leid auf der Welt? Was ist der Ursprung und die Ursache von Alter und Tod?“ Und er kam zu dem Schluss: „Wenn die Grundlage da ist, entstehen Alter und Tod. Wenn die Grundlage nicht vorhanden ist, entstehen Alter und Tod nicht.“
Abhängig von Unwissenheit (avijja) entstehen Willensformationen, Gestaltungen (sankhara). Wenn Unwissenheit nicht da ist, sind auch die Gestaltungen nicht da.
Abhängig von Willensformationen entsteht Bewusstsein (viññana), das zur Wiedergeburt führt. Wenn die Formationen nicht da sind, ist Bewusstsein nicht da.
Bewusstsein wird verursacht durch Geistkörperlichkeit und Geistkörperlichkeit wird verursacht durch Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kehrt zurück zur Geistkörperlichkeit. Es geht nicht darüber hinaus.
Abhängig von Bewusstsein entsteht Name und Form (nama-rupa), Geistkörperlichkeit. Wenn Bewusstsein nicht da ist, ist Name und Form nicht da.
Abhängig von Geistkörperlichkeit entsteht die sechsfache Grundlage (ayatana) der Sinne (Auge, Ohr, Zunge, Nase, Körper und Geist). Wenn Name und Form, Geistkörperlichkeit nicht vorhanden ist, ist die Reichweite der sechs Sinne nicht vorhanden.
Abhängig von der sechsfachen Grundlage entsteht Kontakt, Berührung (phassa). Wenn die Reichweite der sechs Sinne nicht vorhanden ist, ist Berührung nicht vorhanden.
Abhängig von Kontakt, Berührung, entsteht Gefühl, Empfindung (vedana). Wenn keine Berührung da ist, ist kein Gefühl da.
Abhängig von Gefühl, Empfindung, entsteht Verlangen, (Lebens-)Durst (tanha).[3] Wenn Gefühl nicht da ist, ist Durst nicht da.
Abhängig von Verlangen entstehen Ergreifen, sich zueignen und Anhaftung (upadana). Wenn Durst, Verlangen nicht da ist, ist Ergreifen nicht da.
Abhängig von sich zueignen und Anhaftung entsteht Werden (bhava). Wenn Ergreifen nicht vorhanden ist, ist Werden nicht vorhanden.
Abhängig von Werden entsteht Geburt (jati). Wenn Werden nicht da ist, ist Geburt nicht da.
Abhängig von Geburt entstehen Alter und Tod, Leid, Klage, Schmerz, Sorge und Verzweiflung. Wenn Geburt nicht da ist, sind Alter und Tod nicht da.
Über die Sinne kommt es zum Kontakt mit den Sinnesobjekten. Berührung, Kontakt erzeugt Gefühl, Empfindung, Wahrnehmung. Als Ergebnis entsteht Verlangen, Begierde, Anhaftung, sich zueignen; es entsteht wieder ein Ich-Bewusstsein. Dann entstehen Empfängnis, Geburt, Alter und Tod.
Durch Aufhebung der Unwissenheit gibt es keinen Prozess der Entstehung als Embryo oder Ei. Auf diese Weise entsteht die Aufhebung der gesamten Masse des Leidens.
Bei der Verbreitung der Lehre wurden auch die drei Merkmale des Lebens unterrichtet, nämlich:
dukkha, alle Gestaltungen sind unbefriedigend, sind dem Leiden unterworfen;
anicca, alle Gestaltungen sind vergänglich;
anattā, alle Dinge sind ohne ein Selbst.
Geburt, Alter, Krankheit, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung sind dukkha; vereint sein mit Unlieben und getrennt sein von Lieben ist dukkha; nicht erlangen was man begehrt bedeutet dukkha.; kurz, die fünf Gruppierungen des Anhaftens bedeuten dukkha.
Die Einsicht vom bedingten Entstehen und Vergehen führt zur Einsicht der Eigenschaft von anicca, Vergänglichkeit. Alles, was zusammengesetzt ist, ist instabil, veränderlich und vergänglich. Nichts das und niemand der ins Dasein getreten ist, bleibt gleich, bleibt weiter existieren. Auch der höchste Gott wird sich eines Tages vom göttlichen Leben verabschieden müssen. Die Existenz ist nur vorübergehend. Dinge entstehen, werden anders und vergehen. - Dies ist das Merkmal von aniccā (Veränderlichkeit, Vergänglichkeit).
Nach der Ansprache über die vier Wahrheiten unterrichtete der Erhabene die fünf Asketen mit der Ansprache über die Eigenschaft des Nicht-Selbst (anatta). Er hatte zuvor schon kurz mit Mucalinda darüber gesprochen.
Die Lehre von anattā oder der Unpersönlichkeit besagt, daß es weder innerhalb noch außerhalb der körperlichen und geistigen Daseinserscheinungen irgend etwas gibt, das man im höchsten Sinne als eine für sich bestehende unabhängige Ich-Wesenheit oder Persönlichkeit bezeichnen könnte.
In Wirklichkeit gibt es nur diesen beständig sich verzehrenden Prozess des Entstehens und Vergehens geistiger und körperlicher Daseinsphänomene; es gibt keine Ich-Wesenheit in oder hinter diesen Daseinserscheinungen.
Der Körper ist nicht Selbst, hat keinen dauerhaften Kern, er ist ohne Lebensprinzip. Die Sinne haben keinen dauerhaften Kern, sie sind ohne Lebensprinzip. Das Geistige ist ohne dauerhaften Kern, es ist ohne Lebensprinzip.
Die Form (der Körper) ist nicht dauerhaft. Und was nicht dauerhaft ist, ist schmerzlich. Was nicht dauerhaft ist, was schmerzlich ist, weil es der Veränderung unterliegt, kann nicht wie folgt betrachtet werden: „Das ist meins, das bin ich, das ist mein Selbst.“
Ebenso verhält es sich mit Gefühl, Wahrnehmung, geistigen Gestaltungen und Bewusstsein. Auch davon kann man nicht sagen: „Das ist meins, das bin ich, das ist mein Selbst.“
Die Betrachtung der Unpersönlichkeit, der Leerheit, ist die Befreiung durch die Einsicht, dass alles leer von einem Selbst ist. Meditation über die Leerheit ist sehr wichtig und kann zum Erwachen führen.
Leere oder Leerheit bedeutet Leere, das Fehlen von etwas. Im Theravada wird Leerheit so verstanden, dass jede Daseinsform, jedes zusammengesetzte Objekt leer ist von einem unabhängigen, nicht verursachten, dauerhaften Ding. Der Buddha lehrte, dass alles leer ist von Persönlichkeit. Es gibt keinen unvergänglichen Kern in allem, was existiert. Und auch Nibbana ist leer, und zwar leer von Hass und Böswilligkeit, leer von einem Ich, leer von Unwissenheit.
Einige behaupten, dass die Lehre Buddhas einen geheimen Teil hat. Das ist nicht wahr. Die Lehre Buddhas steht jedem offen. Diese Lehre kann aber in zwei Hauptteile unterteilt werden, nämlich den Teil, der hauptsächlich für Mönche und Nonnen bestimmt ist, und den Teil, der sich an Laien richtet. Über das Leben der Mönche ist viel geschrieben worden. Doch der Buddha riet Laien, die Lebensweise der Mönche nicht nachzuahmen. Denn die Lebensweise der Laien ist ganz anders. Der Buddha hat viele Reden für Laien gesprochen. Und auch Laien können die vollkommene Heiligkeit verwirklichen.
Die Lehre für Mönche ist in Kürze:
'Geduld ist Sanftmut, ist höchste Askese.
Die Erwachten erklären Nibbāna als das Höchste.
Der Hauslose verletzt niemals die Anderen.
Asket ist, wer andere nicht verletzt.
Alle unheilsamen Dinge nicht begehen,
Dem Heilsamen sich widmen,
Das Gemüt völlig läutern,
Das ist die Anweisung der Erwachten.
Nicht beleidigend, nicht verletzend,
Gezügelt nach dem Pātimokkha,
Das Maß kennend beim Essen,
Und beim einsamen Sitz und Bett.
Bemüht um ein höheres Gemüt,
Das ist die Anweisung der Erwachten.'
Buddhistische Mönche betteln nicht, sie sind keine Bettler. Der Mönch muss strenge Vorschriften auf seiner morgendlichen Almosen-Runde beachten. Er darf weder durch Geräusche, noch durch Rufen oder Singen auf sich aufmerksam machen. Er geht ruhig und konzentriert und akzeptiert alles, was ihm die Leute geben. Der Buddha hat zum Beispiel einmal von einem Kind nur eine Handvoll Staub angenommen, da es nichts weiter besass, als den Glauben an den Großen Lehrer. Hieraus lernt man, dass es nicht wichtig ist, was gegeben wird, sondern allein wie es gegeben wird. Der Mönch ist zufrieden mit allem was ihm gegeben wird, betrachtet er doch das Essen als Medizin, welche das Geist-Körper-Kontinuum in Bewegung hält.
Viele Laien versuchen, den Lebensstil nachzuahmen, der eigentlich für Mönche vorgesehen ist. Sie vergessen, dass die Lebensweise von Laien ganz anders ist als die der Mitglieder der Sangha. Der Buddha sagte hierzu: „Wenn man die Regeln für Laien befolgt, wird man ein rechter Anhänger. Denn es ist nicht möglich, die Disziplin des Mönchsordens zu erfüllen, wenn man Besitz hat.“ (Sn. 393)
Der Buddha predigte zuerst zu zwei Kaufleuten und später zu den fünf Asketen, die mit ihm das Heil suchten. Damals traten hauptsächlich Kaufleute auf zum Unterhalt und Stütze der Asketen. Die Asketen hatten wenig Bedürfnisse und waren nicht in der Lage sich selbst zu versorgen. Deshalb war eine solche Unterstützung notwendig.
Im frühen Buddhismus wurden Mönche oft eingeladen von Kaufleuten. Diese reisten normalerweise in Karawanen oder mit Schiffen. Ihre Reisen dauerten manchmal länger als ein Jahr. Als Gegenleistung für die Unterstützung der Kaufleute wurden sie bis zu einem gewissen Grad von den Mönchen unterrichtet. Wenn ein Kaufmann Vertrauen hatte in die Lehre Buddhas, ging er, bevor er weiter reiste, zu dem Mönch, der ihn unterrichtet hatte, und spendete dem gesamten Kloster eine Mahlzeit. Es ist sehr wohl möglich, dass er um den Segen für seine Reise gebeten hat.
Die Anzahl der Laienjünger nahm rapide zu. Die Laien beachteten die fünf Regeln und versorgten die Mönche mit Unterkunft, Essen, Kleidung und Medikamenten. Die Haupttugend der Laien war Großzügigkeit (dāna) zugunsten der Mönche. Sie konnten damit Verdiensten erwerben.
Die Laien erhielten von den Mönchen in gewissem Maße Unterricht in der Lehre des Buddha. Sie wurden aufgefordert, ein Leben nach den fünf Regeln zu führen. Der Weg zum Himmel wurde ebenfalls gezeigt. Die gesamte Lehre und der Weg zum Nibbāna wurden damals als zu schwierig für Laien angesehen.
Für den Laien sind mehrere Punkte wichtig:
1. Vertrauen (saddha), nämlich auf die Lehre des Buddha.
2. Moralisches Verhalten (sīla): die fünf Regeln für gutes Verhalten.
3. Acht Punkte sind für einen Laien im Umgang mit Mönchen wichtig: Er darf einen Mönch nicht hindern während des Rundgangs für Almosen. Er darf einem Mönch keinen Schaden zufügen. Er darf einen Mönch nicht daran hindern, eine Unterkunft zu nehmen. Er darf einen Mönch nicht beleidigen. Er darf einen Mönch nicht zum Streiten anregen. Er darf nicht schlecht sprechen über Buddha, Dhamma oder Sangha.
4. Opferbereitschaft (cāga). Dies bedeutet jede Art von Unterstützung für den Orden.
5. Gelehrtheit (suta).
6. Einsicht, Weisheit (paññā).
Die Punkte 5 und 6 wurden in sehr begrenztem Masse verlangt.
Wie schon erwähnt, werden die Mönche von den Laien versorgt mit Obdach, Essen, Kleidung und Medikamenten.
[Siehe auch: Einführung in den Theravâdabuddhismus der Gegenwart, von Alois Payer]
"Inwiefern, o Herr, gilt man als Laienjünger (upāsaka)?"
"Wenn man zum Erleuchteten Zuflucht genommen hat, zur Lehre Zuflucht genommen hat und zur Mönchsgemeinde Zuflucht genommen hat: insofern ist man ein Laienjünger."
"Inwiefern aber, o Herr, ist man als Laienjünger sittenrein?"
"Wenn der Laienjünger sich des Tötens enthält; wenn er sich davon enthält, Nichtgebenes zu nehmen; sich vom schlechten Wandel in Sinnenlüsten enthält; sich der Lüge enthält und des Genusses von Rauschmitteln, die Lässigkeit verursachen - insofern ist ein Laienjünger sittenrein."
"Inwiefern aber, o Herr, wandelt ein Laienjünger zum eigenen Heil, doch nicht zum Heile anderer?"
"Wenn ein Laienjünger zwar selber Vertrauen, Sittlichkeit und Freigebigkeit besitzt, die Mönche gerne aufsucht, gerne die gute Lehre hört, die gehörten Lehren behält, den Sinn der gehörten Lehren erwägt, die Lehre und ihre Auslegung kennend im Einklang mit der Lehre lebt, doch nicht die anderen zu all dem anspornt - insofern wandelt ein Laienjünger zum eigenen Heil, doch nicht zum Heile anderer."
"Inwiefern aber, o Herr, wandelt ein Laienjünger sowohl zum eigenen Heile als auch zum Heile anderer?"
"Wenn ein Laienjünger selber Vertrauen, Sittlichkeit und Freigebigkeit besitzt, die Mönche gerne aufsucht, gerne die Gute Lehre hört, die gehörten Lehren behält, den Sinn der gehörten Lehren erwägt, die Lehre und ihre Auslegung kennend im Einklang mit der Lehre lebt, und wenn er auch die anderen zu all dem anspornt - insofern wandelt ein Laienjünger sowohl zum eigenen Heile als auch zum Heile anderer." (Ang. Nik. VIII.25)
Man wird nicht durch Geburt, Weihe oder Taufe oder irgendeine andere Zeremonie ein Buddhist. Ein Buddhist ist jemand, der Vertrauen hat, indem er sich am Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft orientiert, sie als Vorbild erwählt. Man nimmt seine Zuflucht zu den sogenannten drei Juwelen: zum Buddha, zum Dhamma, und zum Sangha.
Folgendermaßen ist er voller Zuversicht in Bezug auf den Lehrer: 'Der Erhabene ist vollständig erleuchtet, das Dhamma ist vom Erhabenen gut verkündet, die Sangha praktiziert gut.' (M.47)
Der Buddhist sollte den Gegenstand seines Vertrauens untersuchen und testen. Vertrauen wird durch Verständnis und Weisheit zu einer inneren Sicherheit und einer festen Überzeugung, die auf persönlichen Erfahrungen beruht. Vertrauen ist der Keim aller heilsamen Zustände. (Sn.I.4, Vers 77) Denn es inspiriert den Geist mit Zuversicht und Entschlossenheit, den Strom von samsāra (immer wieder geboren werden und sterben) zu überqueren.
Die Fähigkeit des Vertrauens muss mit der Fähigkeit der Weisheit in Einklang gebracht werden. Saddha, Glaube, Vertrauen, ist ein wichtiger Strom der Verdienste. Vertrauen ist auch eine der fünf geistigen Eigenschaften und einer der sieben Schätze, die es wert sind, gewonnen zu werden.
“Nur wer die Zuflucht sucht beim Buddha, bei der Lehre
Und bei der Jüngerschaft, die Wahrheit schaut, die hehre,
Vom Leiden, wie's entsteht und wie das Leiden schwindet,
Und vom achtfachen Weg, wie man es überwindet,
Der hat die beste Zuflucht, höchste Sicherheit,
Denn so wird er gewiß von allem Leid befreit.”
(Dhp. 190-192)
Die Zufluchtnahme kann man für sich persönlich aussprechen oder im Rahmen einer Zeremonie einer buddhistische Gemeinschaft. Man bezeugt, dass man den Buddha fortan zu seinem Lehrer und Vorbild erwählt, dem Dhamma als Richtschnur und der Gemeinschaft der Heiligen (Ariyasangha) als Vorbild.
Die Zufluchtsformel lautet:
buddham saranam gacchâmi.
dhammam saranam gacchâmi.
sangham saranam gacchâmi.
Ich nehme meine Zuflucht zum Buddha.
Ich nehme meine Zuflucht zum Dhamma.
Ich nehme meine Zuflucht zur Gemeinschaft der Heiligen.
dutiyam'pi buddham saranam gacchâmi.
dutiyam'pi dhammam saranam gacchâmi.
dutiyam'pi sangham saranam gacchâmi.
Zum zweiten Mal nehme Ich meine Zuflucht zum Buddha.
Zum zweiten Mal nehme Ich meine Zuflucht zum Dhamma.
Zum zweiten Mal nehme Ich meine Zuflucht zur Gemeinschaft.
tatiyam'pi buddham saranam gatscchâmi.
tatiyam'pi dhammam saranam gacchâmi.
tatiyam'pi sangham saranam gacchâmi.
Zum dritten Mal nehme Ich meine Zuflucht zum Buddha.
Zum dritten Mal nehme Ich meine Zuflucht zum Dhamma.
Zum dritten Mal nehme ich meine Zuflucht zur Gemeinschaft der Heiligen.
Die Formel der drei Juwelen kann täglich wiederholt werden. Es ist eine Betrachtung der Tugenden Buddhas, seiner Lehre und des Ordens.
namo tassa bhagavato arahato sammā sambuddhassa
namo tassa bhagavato arahato sammā sambuddhassa
namo tassa bhagavato arahato sammā sambuddhassa
Verehrung dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten.
Verehrung dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten.
Verehrung dem Erhabenen, Heiligen, vollkommen Erwachten.
itipi so bhagavā araham sammāsambuddho,
vijjācaranasampanno sugato lokavidū,
anuttaro purisadamma-sārathi
satthā, devamanussānam buddho bhagavā ti.
Ehre sei dem Gesegneten, dem Heiligen, dem vollkommen Erleuchteten.
Dem Erhabenen eilt folgender Ruf vorraus:
'Dies, wahrlich, ist der Erhabene; er ist der Heilige, vollkommen Erwachte, der im Wissen und Wandel Bewährte, der Gesegnete, der Kenner der Welt, der unvergleichliche Lenker führungsbedürftiger Menschen, der Lehrer der Götter und Menschen, der Erleuchtete, der Erhabene.'
savākkhāto bhagavatā dhammo,
sanditthiko akāliko ehipassiko,
opanayiko paccatam veditabbo viññūhī ti.
Klar erklärt, wohlverkündet ist die Lehre des Erhabenen;
sie ist hier und jetzt auf Genauigkeit zu überprüfen;
mit sofortigen Ergebnissen.
Sie lädt alle ein, alles selbst zu testen; sie führt zu Nibbana.
Sie kann vom Weisen selbst erkannt und verstanden werden, jeder für sich.
supatipanno bhagavato sāvakasangho,
ujupattipanno bhagavato sāvakasangho,
ñayapatipanno bhagavato sāvakasangho,
sāmicipatipanno bhagavato sāvakasangho,
yadidam cattāri purisayugāni
attha purisapuggalā,
esa bhagavato sāvakasangho,
āhuneyyo pāhuneyyo dakkhineyyo añjalīkaranīyo,
anuttaram puññakkhettam lokassā ti.
Gut wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, gerade wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, auf dem rechten Pfade wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, geziemend wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen
Diese Gemeinschaft der Jünger des Erhabenen nämlich die vier Personenpaare, die acht Arten von Individuen, ist der Gaben würdig, der Gastspende würdig, sie ist des ehrfurchtsvollen Grußes würdig, sie ist der beste Boden in der Welt für gute Werke.
Es ist schwierig für den Laien, immer gut zu handeln. Es ist auch schwierig für den Mönch. Aber der Laie ist von weltlichen Dingen umgeben, und für ihn hat der Buddha einige Anweisungen gegeben, durch die sowohl in der Welt als auch im religiösen Bereich Fortschritte erzielt werden können. Diese Anweisungen sind weder Gebote noch Verbote. Letztendlich müssen wir selbst wissen, was wir tun.
Es gibt Anweisungen für Mönche und Anweisungen für Laien. Der Mönch hat 227 Regeln zu befolgen. Der Laie hat nur fünf Regeln. Um gute Ergebnisse zu erzielen, müssen alle fünf Regeln befolgt werden.
Der Laie sollte jeden Tag versuchen, die fünf Regeln zu befolgen. So entsteht die Gewohnheit, ein tugendhaftes Leben zu führen. Zusätzlich zu den fünf Regeln gibt es für Laien noch die acht und die zehn Regeln.
Die fünf Sittenregeln (Thai: เบญจศีล) werden auch die fünf Vorsätze (panca-sila) genannt. Diese grundlegenden sittlichen Übungsregeln sind eine Orientierung als ethische Richtlinien. Wir wissen, woran wir uns in den vielen Gegebenheiten des Alltags halten wollen. Ein guter Buddhist versucht sich in der Perfektion unter anderem darin, die fünf Sittenregeln, zu beachten, die da lauten:
pānātipāta veramanī sikkhāpadam samādiyāmi,
adinnādānā veramanī sikkhāpadam samādiyāmi,
kāmesu micchācārā veramanī sikkhāpadam samādiyāmi,
musāvādā veramanī sikkhāpadam samādiyāmi,
surāmeraya majjapamā datthāna veramanī sikkhāpadam samādiyāmi.
Ich nehme den Vorsatz nicht zu töten.
Ich nehme den Vorsatz nicht zu stehlen.
Ich nehme den Vorsatz abzustehen von ungesetzlichen sexuellen Verkehr.
Ich nehme den Vorsatz nicht zu lügen.
Ich nehme den Vorsatz abzustehen vom Genuss berauschender Getränke
und keine Mittel zu nehmen, die den Geist berauschen und trüben.
(Eine besprechung der fünf Regeln, siehe:
Sulak Sivaraksa: Die fünf moralischen Grundsätze)
Die acht Sittenregeln werden an Uposatha-Tagen: Vollmonds- und Neumondstagen, und beim ersten und letzten Mondviertel von vielen Laienanhängern befolgt. Die acht Regeln sind:
1. Ich nehme den Vorsatz, kein Lebewesen zu töten oder zu quälen.
2. Ich nehme den Vorsatz, nicht zu stehlen und nicht zu nehmen, was nicht gegeben wurde.
3. Ich nehme den Vorsatz, abzustehen von jeder Art Geschlechtsverkehr, jeden sexuellen Willensakt in Tat, Wort und Denken zu unterlassen.
4. Ich nehme den Vorsatz, die richtige Sprache zu verwenden, das heißt nicht lügen, nicht lästern, jemandem nichts Übles nachsagen, keine derbe, keine grobe und keine böse Worte sprechen, keinen Klatsch, keine üble Worte, keine falschen Worte, keine unwahre Worte, keine abwertende Worte; aber ich werde nur Wörter verwenden, die Einheit fördern, harmlose Wörter, angenehm für das Ohr, voller Liebe, herzerwärmend, höflich, wertvoll, zeitgemäß, angemessen, auf den Punkt, freundlich und tolerant.
5. Ich nehme den Vorsatz, abzustehen von allen berauschenden Getränken und Drogen, die Unaufmerksamkeit verursachen.
6. Ich nehme den Vorsatz, keine festen Lebensmittel und bestimmte Getränke zu konsumieren außerhalb der rechten Zeit.
7. Ich nehme den Vorsatz, mich fernzuhalten von Tanz, Gesang, Musik und unangemessene Shows; Ich nehme den Vorsatz, keinen Schmuck zu tragen, keine Parfüms und Schminke zu verwenden, und keine Dinge, die dazu führen, die Person zu verschönern und zu schmücken.
8. Ich nehme den Vorsatz, keinen hohen und luxuriösen Sitz und kein hohes und luxuriöses Bett zu verwenden.
(Siehe A.III.71 Der Fasttag der acht Entschlüsse - Uposatha Sutta)
Die zehn Regeln der Disziplin sind für alle Novizen (sāmaneras) verbindlich. Sehr strenge Laien können diese Regeln auch befolgen, zum Beispiel während Übungs- und Meditationsperioden. Diese zehn Regeln sind:
1. Ich nehme den festen Vorsatz, kein Lebewesen zu töten oder zu quälen.
2. Ich nehme den festen Vorsatz, nicht zu stehlen und nicht zu nehmen, was nicht gegeben wurde.
3. Ich nehme den festen Vorsatz, abzustehen von jeder Art Geschlechtsverkehr, jeden sexuellen Willensakt in Tat, Wort und Denken zu unterlassen.
4. Ich nehme den festen Vorsatz, die richtige Sprache zu verwenden, das heißt nicht lügen, nicht lästern, jemandem nichts Übles nachsagen, keine derbe, keine grobe und keine böse Worte sprechen, keinen Klatsch, keine üble Worte, keine falschen Worte, keine unwahre Worte, keine abwertende Worte; aber ich werde nur Wörter verwenden, die Einheit fördern, harmlose Wörter, angenehm für das Ohr, voller Liebe, herzerwärmend, höflich, wertvoll, zeitgemäß, angemessen, auf den Punkt, freundlich und tolerant.
5. Ich nehme den festen Vorsatz, abzustehen von allen berauschenden Getränken und Drogen, die Unaufmerksamkeit verursachen.
6. Ich nehme den festen Vorsatz, außerhalb der rechten Zeit keine festen Lebensmittel und bestimmte Getränke zu konsumieren.
7. Ich nehme den festen Vorsatz, mich fernzuhalten von Tanz, Gesang, Musik und unangemessenen Shows.
8. Ich nehme den festen Vorsatz, keinen Schmuck zu tragen, keine Parfüms und Schminke zu verwenden, und keine Dinge, die dazu führen, die Person zu verschönern und zu schmücken.
9. Ich nehme den festen Vorsatz, keinen hohen und luxuriösen Sitz und kein hohes und luxuriöses Bett zu verwenden.
10. Ich nehme den festen Vorsatz, kein Gold und Silber (das heißt Geld) anzunehmen.
Dem Sittenreinen sind infolge seiner sittlichen Vollkommenheit fünf Vorteile beschieden. Welche fünf?
Der Sittenreine, der sittlich Vollkommene, gewinnt infolge seiner Strebsamkeit großes Vermögen. Das ist der erste Vorteil.
Fernerhin verbreitet sich über den Sittenreinen, den sittlich Vollkommenen, ein guter Ruf. Das ist der zweite Vorteil.
Fernerhin: in jedweder Gesellschaft, in die sich der Sittenreine, der sittlich Vollkommene begibt - seien es Adlige, Brahmanen, Hausleute oder Asketen - , da tritt er sicher auf, ohne Verwirrung. Das ist der dritte Vorteil.
Fernerhin hat der Sittenreine, der sittlich Vollkommene, einen ruhigen Tod. Das ist der vierte Vorteil.
Fernerhin gelangt der Sittenreine, der sittlich Vollkommene, beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, auf glückliche Daseinsfährte, in himmlische Welt. Das ist der fünfte Vorteil.
Diese fünf Vorteile, ihr Mönche, sind dem Sittenreinen beschieden, dem sittlich Vollkommenen. (A.V.213)
(Siehe auch: A.X.1. Segen der Sittlichkeit)
“Wer Lebendes zerstört und Lügenworte spricht,
Wer Nichtgegeb'nes nimmt und andrer Ehe bricht,
Und auch wer sich berauscht, dem Trunke sich ergab,
Der gräbt in dieser Welt sich selbst die Wurzel ab.
Erkenne, Mensch, wie Schlimmes folgt aus Lässigkeit;
Daß Gier und Unrecht dir nicht Leid bring' lange Zeit!”
(Dhp. 246-248)
Wer die fünf Regeln der Tugend hält, wird in eine himmlische Sphäre eintreten. Oder wenn man als Mensch wiedergeboren wird, wird man ein langes Leben, Gesundheit und Wohlstand haben. Man ist gesegnet mit einem friedlichen Herzen und mit Schönheit. Von anderen wird man vertraut und man ist frei von Angst; der Geist ist nicht getrübt.
Selbst wenn man keine Meditation praktiziert, kann man diese Segnungen der Tugend erhalten, indem man die fünf Regeln befolgt. Um diese Regeln immer zu befolgen, ist stets Wachsamkeit und Aufmerksamkeit erforderlich. Die täglichen Lebensbedingungen der meisten Laien erlauben nicht leicht das regelmäßige Üben einer der Arten von Meditation. Das Befolgen der fünf Regeln ist jedoch für jedermann erreichbar. Die Segnungen sind vielfältig. Und das ist bestimmt ein bisschen Mühe wert.
Acht Ströme des Verdienstes, Ströme des Heilsamen, gibt es, ihr Mönche, segenbringende, himmlische, Glück erzeugende, himmelwärts leitende, die zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem führen, zu Heil und Segen. Welche acht?
Da hat, ihr Mönche, der edle Jünger zum Erleuchteten seine Zuflucht genommen. Das, ihr Mönche, ist der erste Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen, der segenbringend ist, himmlisch, Glück erzeugend, himmelwärts leitend, der zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem, zu Heil und Segen führt.
Ferner hat der edle Jünger zur Lehre seine Zuflucht genommen. Das, ihr Mönche, ist der zweite Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen, der segenbringend ist, himmlisch, Glück erzeugend, himmelwärts leitend, der zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem, zu Heil und Segen führt.
Ferner hat der edle Jünger zur Mönchsgemeinde seine Zuflucht genommen. Das, ihr Mönche, ist der dritte Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen, der segenbringend ist, himmlisch, Glück erzeugend, himmelwärts leitend, der zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem, zu Heil und Segen führt.
Es gibt da, ihr Mönche, fünf Gaben, große Gaben, bekannt als ursprüngliche, bekannt als althergebrachte, als altüberlieferte, altbewährte, unbeeinträchtigt in ihrer Geltung jetzt wie früher, die nicht beeinträchtigt sind und unbeeinträchtigt bleiben werden, ungetadelt von einsichtigen Asketen und Priestern. Welches sind diese fünf?
Da verwirft der edle Jünger das Töten, steht ab vom Töten. Dadurch aber, daß er vom Töten absteht, gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, die Gabe der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit gibt, die Gabe der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm selber Freiheit von Furcht, von Feindschaft und von Bedrückung zuteil. Das, ihr Mönche, ist die erste Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich, bekannt als althergebracht. [...] Und das, ihr Mönche, ist der vierte Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen [...]
Und ferner verwirft der edle Jünger das Stehlen, steht ab vom Nehmen des Nichtgegebenen. Dadurch aber gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, die Gabe der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil. Das, ihr Mönche, ist die zweite Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich. [...] Und das, ihr Mönche, ist der fünfte Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen. [...]
Er verwirft geschlechtliche Ausschreitung, steht ab von geschlechtlicher Ausschreitung. Dadurch aber gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, die Gabe der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil. Das, ihr Mönche, ist die dritte Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich. [...] Und das, ihr Mönche, ist der sechste Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen [...]
Er verwirft das Lügen, steht ab vom Lügen. Dadurch aber gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, die Gabe der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil. Das, ihr Mönche, ist die vierte Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich. [...] Und das, ihr Mönche, ist der siebte Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen [...]
Er verwirft den Genuß von Rauschmitteln, steht ab vom Genuß von Rauschmitteln. Dadurch aber, daß er vom Genuß von Rauschmitteln absteht, gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil. Das, ihr Mönche, ist die fünfte Gabe, eine große Gabe, bekannt als ursprünglich, bekannt als althergebracht, als altüberliefert, altbewährt, unbeeinträchtigt in ihrer Geltung jetzt wie früher, die nicht beeinträchtigt ist und unbeeinträchtigt bleiben wird, ungetadelt von einsichtigen Asketen und Priestern. Und das, ihr Mönche, ist der achte Strom des Verdienstes, ein Strom des Heilsamen, der segenbringend ist, himmlisch, Glück erzeugend, himmelwärts leitend, der zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem, zu Heil und Segen führt.
Das, ihr Mönche, sind die acht Ströme des Verdienstes, Ströme des Heilsamen, segenbringende, himmlische, Glück erzeugende, himmelwärts leitende, die zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem führen, zu Heil und Segen.
Das Töten, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung des Tötens bringt dem Menschen kurzes Leben.
Das Stehlen, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung des Stehlens bringt dem Menschen den Verlust seiner Güter.
Geschlechtliche Ausschreitung, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung der geschlechtlichen Ausschreitung bringt dem Menschen Feindschaft mit seinen Rivalen.
Das Lügen, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung des Lügens bringt dem Menschen falsche Anschuldigungen.
Die Zwischenträgerei, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung der Zwischenträgerei bringt dem Menschen Zwietracht mit seinen Freunden.
Das rohe Reden, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung des rohen Redens führt dazu, daß der Mensch unangenehme Worte zu hören bekommt.
Das leere Geschwätz, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung des leeren Schwätzens führt dazu, daß der Mensch unannehmbare Worte spricht.
Der Genuß von Rauschmitteln, ihr Mönche, ausgeübt, betätigt und häufig betrieben, führt zur Hölle, zum Tierschoße oder zum Gespensterreich. Und schon die allergeringste Auswirkung des Genusses von Rauschmitteln führt den Menschen zur Geistesverstörung.
Die Lehre des Buddha lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen:
(3) reinige den eigenen Geist.
"Tue das Richtige" bedeutet für Laien in erster Linie, dass sie sich an die Regeln guten Benehmens halten. (Siehe Panca sila)
Was lehrte der Buddha sonst noch speziell für den Laien ? Der Laie genießt die Freuden der Sinne. Er lebt mit Frau und Kindern. Er verwendet Luxusartikel. Also ein ganz anderes Leben als das eines Mönchs.
Der Buddha lehrte, dass vier Dinge dem Laien zum Nutzen und Segen auf dieser Seite sind: Fleiß, Wachsamkeit, edler Umgang und eine gemäßigte Lebensweise.
Ein Laie ist fleißig, wenn er in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt durch irgendeine Art von Arbeit zu verdienen, so wie durch Landwirtschaft, Handel oder Viehhaltung, als Beamter, Soldat oder durch irgendein Handwerk.
Der Laie ist wachsam, wenn er über seine Besitztümer wacht, die er mit Fleiß, Eifer und Gerechtigkeit erworben hat. Er wacht über sie, um zu verhindern, dass sie gestohlen werden, oder dass sie Feuer oder Wasser zum Opfer fallen oder dass sie von lieblosen Erben beansprucht werden.
Der Laie hat edlen Umgang, wenn er in Dorf oder Stadt, wo er lebt, Umgang hat mit anderen Laien, die mit einem guten Charakter gesegnet sind, die tugendhaft sind, großzügig und weise. Solche Leute ahmt er nach.
Der Laie führt einen gemäßigten Lebensstil, wenn er seine Einnahmen und Ausgaben kennt und seinen Lebensstil danach gestaltet, weder zu verschwenderisch noch zu schäbig. Er weiß, dass auf diese Weise die Einnahmen höher sind als die Ausgaben und nicht umgekehrt.
Und vier Dinge dienen dem Laienanhänger zum Heil und Segen für das Jenseits, nämlich: Vertrauen, Tugend, Großzügigkeit und Weisheit.
Der edle Laienanhänger hat Vertrauen in die Erleuchtung des Vollkommenen:
"Wahrlich, der Erhabene ist heilig, völlig erleuchtet, vollkommen in Wissen und vollkommen in Verhalten. Er ist gesegnet, ein Kenner der Welten. Er ist der unvergleichliche Anführer der Menschen, die bezwungenen werden müssen, und der Menschen, die fügsam sind. Er ist der Lehrer der Götter und der Menschen. Er ist der Erwachte und Erhabene.“
Der edle Laienanhänger ist tugendhaft, wenn er die fünf Regeln guten Benehmens befolgt. Zur Tugend gehört auch, sich um die Eltern zu kümmern und den Älteren gegenüber Respekt zu zeigen.
Der Buddha betrachtete das Leben in seiner Gesamtheit mit allen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten. Wenn die Menschen eines Landes die Möglichkeit erhalten, ein ausreichendes Einkommen zu erzielen, werden sie zufrieden sein. Sie werden dann keine Angst oder Besorgnis mehr haben und auch das Land wird friedlich sein und frei von Verbrechen. Deshalb erklärte der Buddha den Laien, wie wichtig es sei, die wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern. Dies bedeutet nicht, dass er damit zustimmte, Reichtümer anzuhäufen aus Begierde und Anhaftung. Materielles Wohlbefinden ist kein Selbstzweck. Es ist nur ein Mittel ein höheres Ziel zu erreichen. Glück in der Welt, so sagte der Buddha, ist nicht den sechzehnten Teil des geistigen Glücks wert, das aus einem sauberen, makellosen und guten Leben entspringt.
Wir werden die Ergebnisse unserer Handlungen selbst ernten. Es gibt keine Belohnung und keine Bestrafung; es gibt nur ein Ergebnis unserer Willenshandlungen. Und ein solches Ergebnis kann unheilsam, neutral oder heilsam sein, je nach der vorhergehenden Handlung. Wer Gutes tut, trifft Gutes; aber auch: wer nicht Gutes tut, trifft nicht Gutes. Es wird daher empfohlen, dass man immer Gutes tut.
Tugend ist die Grundlage der ganzen buddhistischen Praxis. Es ist die beste Form der Selbstbeherrschung. Das Befolgen der fünf Richtlinien für Laien ist eine Übung der Selbstbeherrschung, die zur Reinigung und Stärke des Geistes führt.
“Gib nicht dein eigenes Heil der andern wegen hin; hast du dein Heil erkannt, behalte es stets im Sinn. (Dhp.166).
Der edle Laienanhänger ist großzügig, wenn er zu Hause lebt mit einem Herzen, das frei ist vom Laster der Habgier. Er gibt mit offenen Händen und engagiert sich für Menschen in Not.
Großzügigkeit ist eine verdienstvolle Tat, die langanhaltendes Glück bringt.
In der Lehre des Buddha wird dana, Geben und Großzügigkeit als eine große Tugend beschrieben. Es ist eine der größten Segnungen. Nicht nur der Empfänger, sondern auch der Geber bekommt viel. Durch Großzügigkeit kann man ein langes Leben, Schönheit, Glück, Ehre und Wiedergeburt in einem der Himmel erlangen.
Geben muss auf die richtige Art und Weise erfolgen: persönlich und mit Respekt, im Vertrauen auf eine Belohnung und zur rechten Zeit. Und man sollte keine Reste und Abfälle verschenken.
Tier- und Menschenopfer sind nicht nur nutzlos; sie fügen dem Opfernden auch großen Schaden zu.
Geiz ist die Ursache für Niedergang. Geben bringt einen Schatz an Verdiensten mit sich, der nicht weggenommen werden kann.
[Mehr über Geben, siehe: Dana - Spendengabe]
Ebenfalls verdienstvolle Taten sind ein Leben in Gleichgewicht und die Entwicklung liebevoller Güte (metta). Die Kultivierung dieser Taten bringt Glück.
Die Kultivierung von metta bringt nicht nur Glück, sondern führt auch zu Hasslosigkeit. Und Mitfreude vertreibt Eifersucht. (siehe: Die Göttlichen Verweilungszustände)
Der edle Laienanhänger besitzt Weisheit, wenn er das Entstehen und Vergehen versteht, das zur völligen Zerstörung, Eliminierung der Frustration, dukkha, führt.
Wenn man das bedingte Entstehen nicht versteht, bleibt man im Kreislauf der Wiedergeburten. Aber der Buddha fand einen Ausweg aus diesem Kreislauf, fand die Befreiung von Unbefriedigendheit, Alter und Tod.
Durch den Körper mit den fünf Sinnen und dem Geist als sechstem Sinn entsteht Empfindung, Bewusstsein wegen Kontakt mit sinnlich wahrnehmbaren Objekten. Wegen Unwissenheit entsteht durch sich zueignen ein Ich-Bewusstsein: Ich sehe, ich höre, ich rieche, ich schmecke, ich berühre, ich denke, ich bin. Abhängig von den Wiedergeburt erzeugenden Willenshandlungen oder Kamma-Formationen findet Bewusstsein eine Grundlage im Mutterleib. Es entsteht wieder ein Ich-Bewusstsein. Und so entsteht wieder Geistkörperlichkeit, ein Körper mit Geist.
Wenn sich zueignen aufgehoben ist, wenn die Meinung “Ich bin ein unveränderliches Etwas” verschwunden ist, dann folgt ein ‘So-Bewusstsein’, so ist es entstanden, so ist es vergangen.
Das Einsehen, dass alles bedingt entsteht und bedingt vergeht, dass es kein bleibendes Ego gibt, das alles kontrolliert, führt zu Nibbana, einem Zustand frei von Sorgen und voller innerem Frieden.
Zu den Nachteilen für einen Laienanhänger gehört es, wenn er es versäumt, der Guten Lehre zuzuhören (oder darüber zu lesen), wenn er misstrauisch ist und mit böswilliger Gesinnung über die Lehre liest, auf der Suche nach Fehlern.
Sich vom Bösen fernzuhalten bedeutet, sich an die fünf Grundregeln zu halten. Diese Regeln sind nicht negativ, sondern sehr positiv. Wer nicht tötet, gibt anderen Sicherheit und Geborgenheit. Wer nicht lügt, gibt Vertrauen. Wer sich sexuell gut verhält, gibt auch Sicherheit und Selbstvertrauen. Wer nicht stiehlt, gibt Sicherheit. Der Konsum von Alkohol und/oder Drogen berauscht den Geist. Und in einem solchen Zustand kann man die Wahrheit nicht oder nicht richtig erkennen.
Man übe sich in verdienstvollen Taten, die langanhaltendes Glück bringen: Großzügigkeit, ein Leben in Gleichgewicht und die Entwicklung liebevoller Güte (metta). Die Kultivierung dieser drei Dinge bringt Glück.
Die Kultivierung von metta bringt nicht nur Glück, sondern führt auch zu Hasslosigkeit. Und Mitfreude vertreibt Eifersucht. (Siehe: die göttlichen Verweilungszustände)
Beim Buddhismus geht es um das Training des Geistes. Das Gemüt läutern oder den eigenen Geist reinigen, wird nicht über Nacht geschehen. Es ist ein langer Prozess, genau wie wir als Kind laufen lernen, eine Sprache lernen, später zur Schule gehen, eine Ausbildung erhalten, eine Sportart trainieren usw. Alles braucht Zeit.
Den Geist geschmeidig und fügsam zu machen, dass wir nur denken und tun, was wir wirklich wollen, dass wir nicht ständig dazu gebracht werden Dinge zu tun, die wir später bereuen oder nicht tun wollen, ist noch schwieriger als alles, was wir bis jetzt gelernt haben.
Die Reinigung des eigenen Geistes kann durch Kontemplation über den Buddha, den Dhamma und den Ariyasangha erfolgen. Oder indem man etwas zu diesen Themen sorgfältig liest. Darüber hinaus gibt es etwa 40 Meditationsmethoden. Sie sind für jede Art von Person entwickelt. Doch nicht jeder Laie kann oder will sich auf solche Methoden einlassen. Wenn man sich bemüht, das Gute, das man bereits hat, zu bewahren, indem man die fünf Regeln gewissenhaft befolgt, und wenn man sich bemüht, schlechte Geisteszustände zu vermeiden und zu überwinden, führt das schon zu sehr guten Ergebnissen.
Die vier ‘Göttlichen Verweilungszustände', auch die vier ‘Unermeßlichen' (appamaññā) genannt, sind:
Güte (mettā),
Mitleid (karunā),
Mitfreude (muditā)
Gleichmut (upekkhā).
Der sehr häufig vorkommende Suttentext zu diesen vier Meditationsobjekten lautet:
“Vier Unermeßlichkeiten gibt es. Da, ihr Brüder, durchstrahlt der Mönch mit einem von Güte erfüllten Geiste (mit einem liebevollem Gemüte) erst eine Richtung, dann eine zweite, dann eine dritte, dann die vierte, ebenso nach oben, unten und ringsherum; und überall mit allem sich verbunden fühlend durchstrahlt er die ganze Welt mit einem von Allgüte erfüllten Geiste, mit weitem, erhabenem, unbeschränktem Geiste, frei von Gehässigkeit und Groll.
Mit einem von Mitleid erfüllten Geiste durchstrahlt er erst eine Richtung, dann eine zweite, dann die dritte, dann die vierte Richtung, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit einem von Mitleid erfüllten Geiste, frei von Gehässigkeit und Groll.
Mit einem von Mitfreude erfüllten Geiste durchstrahlt er erst eine Richtung, dann eine zweite, dann die dritte, dann die vierte Richtung, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit einem von Mitfreude (erbarmendem Gemüte) erfüllten Geiste, frei von Gehässigkeit und Groll.
Mit einem von Gleichmut erfüllten Geiste durchstrahlt er erst eine Richtung, dann eine zweite, dann die dritte, dann die vierte Richtung, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit unbewegtem Gemüte (Gleichmut), mit weitem, tiefem, unbeschränktem, frei von Gehässigkeit und Groll.”
(M.43)
Siehe auch:
Karaniyā metta sutta - Güte, Sn.I.8, 143-152.
Mettanisamsa sutta – Der elffache Segen der Güte, A.XI.16.
Geduld, Sanftmut ist die höchste Askese. Es gibt nichts höheres als die Geduld, es ist der höchste Segen für den Guten.
Wahrlich, wenn einer, der stark ist, von dem Schwachen (etwas) erträgt, das nennt man die höchste Geduld.
Es ist für einen nur noch schlimmer, wenn man dem Erzürnten wieder zürnt; wer aber dem Erzürnten nicht wieder zürnt, der siegt im Kampfe, wo schwer der Sieg zu erringen ist.
Für beider Segen, für den eignen wie für den des anderen, wirkt derjenige, der, wenn er den anderen erzürnt sieht, besonnen in Ruhe verharrt.
Ihn, der beiden Heilung bringt, sich selber und dem anderen, halten für einen Toren nur die Leute, die der wahren Lehre unkundig sind.
(S.11.4-5; S.11.8; Dhp.184)
“Der wahre Sieger ist nicht wer andere besiegt, sondern wer sich selbst besiegt."
Sich
selbst besiegen heißt: nicht beleidigen, wenn man beleidigt wird,
nicht hassen, wenn man gehasst wird, nicht schlagen, wenn man
geschlagen wird, nicht töten, wenn man angegriffen wird, usw.
Aber warum soll man das alles nicht tun? Weil wir damit Brennstoff und Energie für zukünftige Leben erzeugen und uns damit weiterhin an den Daseinskreislauf (Samsara = Geburt – Altern – Erkranken und Sterben) fest ketten, und somit niemals die Erlösung, Befreiung oder das Nibbāna erreichen werden.
Der Buddha lehrt, alles was wir tun, wird von unserem Geist (Bewusstsein, Verstand) gesteuert. Tun wir Gutes, folgt uns Gutes, tun wir Schlechtes, folgt uns Schlechtes. Wir haben unsere Zukunft, unser Leben, in unseren Händen. Im Buddhismus werden diese Willenstätigkeiten Karma (kamma) genannt.
Wie der Buddha an vielen Stellen im Pali-Kanon erwähnt, folgen uns unsere Taten, unser Wirken (Kamma). Betrügen wir, werden auch wir betrogen, lügen wir, werden auch wir belogen, etc.
Allerdings ist es nicht so, dass die Reaktion sofort eintritt. Ein Betrüger kann manchmal sehr lange betrügen, bevor es ihm schlecht geht. Ja, es gibt Taten, die sogar erst im zukünftigen Leben reifen. Hierzu das schöne Gedicht aus dem Dhammapada – Bala.
"Die jetzt vollbrachte böse Tat
Gerinnt nicht gleich wie frische Milch:
Verzehrend folgt dem Toren sie
Wie Feuer unter Asche glüht."
"Auch einem Bösen geht es gut,
So lang das Böse nicht gereift,
Ist aber reif die böse Frucht,
Dann geht es schlecht dem schlechten Mann.
Auch einem Guten geht es schlecht,
So lang das Gute nicht gereift;
Ist aber reif die gute Frucht,
Dann geht es gut dem guten Mann."
Wir haben also das Schicksal in unseren eigenen Händen. Was wir säen, das werden wir ernten. Nicht nur im geistigen Bereich läuft das so ab, auch in unserem materiellen Leben existiert dasselbe System. Sparen wir, können wir uns später etwas leisten, lernen wir fleißig, ernten wir die Früchte davon, indem wir einen besseren Job bekommen, wir bezahlen eine Rentenversicherung oder andere Versicherungen, um später davon leben zu können. Alles, was wir im täglichen Leben tun, wird in irgendeiner Weise unsere Zukunft beeinflussen, gut oder schlecht, materiell und eben auch geistig.
Es ist jetzt aber nicht so, dass uns da jemand bestraft (Gott oder der Teufel). Wir machen das schon ganz allein. Es ist, als ob wir uns bei jeder Tat, gut oder böse, ein weit sichtbares Zeichen an die Stirn heften (nicht für das Auge, nur für den Geist sichtbar). Für jede Tat ein bestimmtes Zeichen. Das macht uns dann für bestimmte Situationen oder für bestimmte Dinge empfänglich, je nach unseren Taten, für gute oder schlechte.
Oder wie wenn bei jeder schlechten Tat unser Blick etwas mehr getrübt wird, und wir dadurch den sicheren Weg nicht mehr erkennen und uns im Dickicht oder Morast verirren und uns damit großem Leiden aussetzen. So wie eine Motte meint, vom Schein des Lagerfeuers getäuscht, gegen die wärmende aufgehende Sonne zu fliegen, in der Hitze des Feuers zugrunde geht.
Die Willenstätigkeit Töten oder Gewalt auszuüben, ist ein negatives Karma, welches zur Folge hat, dass auch wir getötet werden können oder dass auch uns Gewalt angetan werden kann. Man kann in zukünftigen Leben viele Male getötet werden, bis das negative Karma Resultat eines einzigen Mordes abgeklungen ist, wenn das Opfer nicht bereit ist, die Tat zu vergeben oder wenn man selbst nicht in der Lage ist, sich selbst zu verzeihen.
Auch Maha Moggallāna, der zweite Hauptjünger Buddhas hatte in einem seiner früheren Leben eines der schweren Vergehen (anantarika) begangen. Von seiner Frau aufgehetzt, hatte er seine blinden Eltern in einen Wald gelockt und wollte sie erschlagen. Trotz seiner Heiligkeit und seiner magischen Kräfte konnte er nicht dem Erbe seiner bösen Tat entgehen und wurde selbst erschlagen. Jede Rechnung muss eines Tages bezahlt werden.
Zu welchem Zeitpunkt die Folge des negativen Karmas uns einholt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. dem Entwicklungszustand des Geistes, von der Schwere der Tat, etc. Der Buddha vergleicht das mit dem Reifen einer Frucht. Es dauert seine Zeit, bis die Frucht reif ist und vom Stängel fällt. Den genauen Zeitpunkt kann niemand vorhersagen. Aber eins ist sicher, die Rechnung wird eines Tages präsentiert (siehe A.X.206). Es gibt sogar Taten, die erst im späteren Leben reifen können.
Nicht jede Willenstätigkeit hat das gleiche moralische Ergebnis. Die moralischen Konsequenzen einer Willenstätigkeit sind nicht immer für alle gleich. Sie hängen unter anderem davon ab, wie sehr wir etwas wollen.
Die Wirkung einer Willenstätigkeit hängt auch ab von dem Ergebnis der Menge an Verdiensten, die man im Laufe vieler Leben erworben hat. Wenn jemand viele Verdienste hat und eine unheilsame Handlung begeht, dann kann das Unheilsame durch die großen Verdienste in den Schatten gestellt werden. Diese Verdienste dienen dann als Schutz. Der Buddha verwendete hier eindrucksvolle Beispiele: „Wenn man eine große Menge Salz in eine Tasse Wasser gibt, wird das Wasser salzig und ungenießbar. Und das liegt daran, dass die Wassermenge gering ist. Wenn die gleiche Menge Salz in einen großen Fluss geworfen wird, wird das Wasser dieses Flusses nicht salzig und ungenießbar. Und warum nicht? - Weil die Wassermenge groß ist. Das Gleiche gilt auch für Folgendes. Wenn jemand eine kleine Geldstrafe zahlen muss, ist das für einen armen Menschen ohne Besitz schwierig. Aber für einen reichen Menschen ist das kein Problem. Ersterer wird deshalb im Gefängnis landen, Letzterer muss die Geldstrafe zahlen und ist frei.“ (A.III.101)
Jemand der in sich Tugenden wie Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Güte, Gebefreudigkeit, usw. entwickelt hat, wird nicht so heftig von den Auswirkungen einer schlechten Tat getroffen als jemand der boshaft ist, brutal, geizig, unehrlich, etc.
Da es auf die momentane Willenstätigkeit ankommt, kann der Vorgang des Fleischessens (ohne Gier), kein negatives Karma verursachen, nur das Töten selbst. Der Verzehr von Fleisch ist vom Buddha nicht verboten, auch nicht für Mönche. Für Mönche gibt es einige Ausnahmen. (siehe Sn. II.2, Verse 242-249). Für Laien gab es keine Regeln bezüglich das Essen von Fleisch.
Das Essen von Fleisch ist kein Hindernis auf dem Weg zu Nibbana, aber es ist ein Hindernis, wenn man nicht tugendhaft ist, wenn man in sinnlichem Vergnügen ungezügelt ist. Der Verzicht auf den Verzehr von Fisch und Fleisch macht einen nicht rein, aber man wird rein, indem man seine Sinne beherrscht, aufrichtig und mitfühlend ist und in der Lehre standhaft bleibt. (Sn. II.2, Verse 242-243, 249-250)
Der Buddha verordnete kein vegetarisches Essen. Aber Kaiser Asoka ließ in seinem ganzen Reich verkünden, dass das Leben der Tiere heilig sei. Er versuchte, die Menschen davon zu überzeugen, keine Tiere zu töten aus religiösen oder verschwenderischen Gründen. Daraus entstand die Meinung, dass ein Anhänger Buddhas kein Fleisch essen sollte. Auch der Bhakti-Kult stärkte den Vegetarismus.
Sie tun sich selbst etwas Gutes (gesundheitlich), wenn Sie kein (oder sehr wenig) Fleisch essen und es gibt viele Buddhisten und auch Nicht-Buddhisten, die Vegetarier sind. Die Erlösung vom Leiden, die Heiligkeit, das Nibbāna, kann man dadurch allerdings nicht erreichen. Um das zu erreichen, muss man sich geistig weiterentwickeln, die Achtsamkeit schulen und (Meditation) üben.
Manche Menschen denken, dass die Lehre des Buddhas in völliger Zurückgezogenheit von der Welt praktiziert werden sollte, dass sie in ein Kloster oder an einen ruhigen Ort gehen sollten, weit weg von der Zivilisation. Das ist eine falsche Meinung. Es ist ein nicht verstehen der erhabenen Lehre. In einigen Fällen kann es für eine Person vielleicht gut sein, einige Zeit in Zurückgezogenheit zu leben, um den Geist und den Charakter zu verbessern. Aber für die meisten ist es nicht gut, immer allein zu leben oder in einer Klostergemeinschaft. Die Lehre des Buddha ist nicht nur für Mönche, sondern auch für Menschen, die zu Hause mit der Familie leben. Der Edle Achtfache Weg, der die buddhistische Lebensweise darstellt, ist ausnahmslos für alle da, schrieb der ehrwürdige Walpola Rahula.
Wahre Entsagung und Zurückgezogenheit besteht nicht aus weglaufen, ist nicht, sich körperlich aus der Welt zu entfernen. Der ehrwürdige Sariputta hat einmal gesagt, dass jemand in einem Wald leben kann, der Meditation und Askese gewidmet. Aber diese Person kann immer noch voller unreiner Gedanken sein und voller Hindernisse. Jemand anderes hingegen kann in Stadt oder Dorf leben ohne asketische Praxis. Das Gemüt des letzteren kann jedoch sauber und frei von Hindernissen sein. Von diesen beiden Personen sagte der ehrwürdige Sariputta, dass derjenige, der ein reines Leben in Dorf oder Stadt führt, demjenigen, der im Wald lebt, definitiv überlegen und größer ist. Auch der Buddha bestätigte mit Sicherheit, dass es nicht ein oder zwei, nicht hundert oder zweihundert, sondern viel mehr Laien - sowohl Männer als auch Frauen - gab, die ein Familienleben führten und die seine Lehre erfolgreich befolgten und hohe spirituelle Zustände erreichten.
Der Buddha lehrte, dass es drei Arten von Absonderung gibt:
(a) körperliche Absonderung: allein leben als Einsiedler, zurückgezogen von der Außenwelt, in einem Wald oder einem anderen ruhigen Ort.
(b) Geistige Absonderung: die Stille des Geistes in den tiefen Gebieten der Meditation; die Absonderung auch von den verschiedenen Hindernissen in den Zuständen der Heiligkeit.
(c) Absonderung von den Daseins-Stützen: Die Daseins-Stützen sind die befleckende Leidenschaften, die Daseins-Gruppen und die Kamma-Gestaltungen. Die Absonderung von all dem ist Nibbāna.
Es gibt verschiedene Hindernisse und Fesseln des Geistes, die den Fortschritt auf dem Weg zum hohen Ziel behindern. Es gibt aber auch Faktoren, die den Fortschritt begünstigen. Sie sind eine Stütze auf dem Weg zur Befreiung.
Es werden sieben besondere Faktoren der Erleuchtung erwähnt (satta bojjhanga). Wenn diese sieben Faktoren richtig entwickelt sind, führen sie zu vollkommener Weisheit und zu Nibbāna. Diese geistigen Faktoren sind:
1. Achtsamkeit (sati).
2. Gesetzesergründung (dhammavicaya).
3. Willenskraft, Energie, Anstrengung (viriya, padhana).
4. Verzückung (pīti).
5. Gestilltheit (passaddhi).
6. Sammlung (samādhi).
7. Gleichmut (upekkha). (A.I.35; A.III.162)
(1) Man muss bei allen Handlungen, geistig, mündlich, schriftlich und körperlich, stets aufmerksam sein. Siehe: Satipatthana Sutta, Grundlagen der Achtsamkeit, M.10.
(2) Die Phänomene zu untersuchen bedeutet, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Alles, was zusammengesetzt ist, zerfällt wieder, verändert sich. Alles ist an Bedingungen geknüpft. Es ist nicht dauerhaft und bringt daher Leid mit sich. Dieses Untersuchen und Verstehen der drei Merkmale des Lebens führt zu durchdringende Einsicht.
(3) Willenskraft, Energie, Anstrengung oder die vier rechte Kämpfe:
Da erzeugt der Mönch in sich den Willen, nicht aufgestiegene üble, unheilsame Dinge nicht aufsteigen zu lassen; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.
Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene üble, unheilsame Dinge zu überwinden; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.
Er erzeugt in sich den Willen, nicht aufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen zu lassen; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.
Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene heilsame Dinge zu festigen, nicht schwinden zu lassen, sondern sie zu Wachstum und voller Entfaltung zu bringen; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum. (A.IV.13)
(4) Piti bedeutet ‘Interesse, freudige Anteilnahme, Begeisterung, Verzückung'.
Während der Mönch die fünf Hemmungen (nivarana) in sich aufgehoben erkennt, wird er freudig bewegt. Er wird heiter und fühlt sich wohl. Sein Geist wird einig. So gewinnt er, in sinnend gedenkender ruhegeborener seliger Verzückung, die Weihe der ersten Schauung. Diesen Leib durchdringt und sättigt er mit ruhegeborener seliger Verzückung, so daß nicht der kleinste Teil seines Körpers von ruhegeborener seliger Verzückung ungesättigt bleibt. (D.2, 2)
(5) Der Faktor von Gestilltheit besteht aus: (a) Gestilltsein des Bewußtseins, und (b) Gestilltsein der Geistesfaktoren.
Gestilltheit ist keine Schwäche. Es ist schwierig, unter allen Umständen eine ruhige Haltung und einen ruhigen Geist zu bewahren. Systematische Reflexion hilft, den unruhigen Geist zu beruhigen. Wenn man einen ruhigen Geist hat, kann man erfolgreich Konzentration entwickeln. (Siehe z.B. Ānāpāna-Saṃyutta - Ein- und Ausatmungen, S.54.1-10)
(6) Sammlung (samādhi), Konzentration, ist das Gerichtetsein des Geistes auf ein einziges Objekt. “Die Einspitzigkeit des Geistes gilt als die Sammlung.” (M.44)
Der Geist kann einen Menschen krank machen; aber er kann auch jemandem helfen, gesund zu bleiben. Jemand mit einem optimistischen Geist hat bessere Chancen, gesund zu werden, als jemand, der (über)besorgt und unglücklich ist.
Konzentration (Meditation) bedeutet nicht, über etwas nachzudenken, sondern es bedeutet die Aufmerksamkeit auf ein Thema zu richten, damit der Geist nicht abschweift. Wenn der Geist ruhig ist, wird er kraftvoll. Und er sieht die Dinge dann so, wie sie wirklich sind. Richtige Konzentration bringt Reinheit und Ruhe des Geistes. Wer Konzentration üben will, muss tugendhaft sein.
(7) Gleichmut ist eine ethische Eigenschaft und sollte nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden. Es ist das Gleichgewicht des Geistes. Es ist schwierig, unter allen Umständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren. Gleichmut ist das Ergebnis eines ruhigen, konzentrierten Geistes. Man wird weder von Glück noch von Schmerz berührt, weil man das Verlangen aufgegeben hat. (Siehe Dhp.83)
Wenn man versteht, dass Willenshandlungen (kamma) Konsequenzen haben, kann man leichter Gleichmut entwickeln. Man ist dann in der Lage, gegenüber allen Wesen eine distanzierte Haltung einzunehmen und gleichmütig zu sein.
Wir sind selbst für unsere Willenshandlungen verantwortlich. Das bedeutet auch, dass wir selbst für die Folgen dieser Handlungen verantwortlich sind. Wir sollten daher nicht jemand anderem die Schuld für etwas geben, das wir selbst verursacht haben.
Im Gleichmut wird man nicht mehr von Glück und Schmerz berührt. Es gibt dann keine Präferenz und keine Abneigung. Dann gibt es keine Freude und keine Traurigkeit.
In der Lehre des Buddha gibt es vier Stufen der Heiligkeit. Diese Stufen können sowohl von Mönchen und Nonnen als auch von Laien erreicht werden. Dies hat nichts mit Intelligenz zu tun, wohl aber mit Weisheit. Intelligenz kann sogar zum Hindernis werden.
Bevor der Weg der Edlen betreten wird, müssen mehrere Hindernisse überwunden werden. Und auf dem Weg zur vollkommenen Heiligkeit müssen noch viele andere Unreinheiten vom Geist entfernt werden.
Der Weg der Heiligkeit besteht aus vier Stufen. Auf jeder Stufe wird Unterschied gemacht zwischen (a) dem Betreten des Pfades (magga) auf der entsprechenden Stufe und (b) dem Verwirklichen der Erfüllung oder Frucht (phala) auf dieser Stufe. So erhält man die vier Arten von Heiligen oder die acht würdigen oder edlen Menschen. Sie sind (1) Der in den Strom Eingetretene (sotāpanna) und derjenige, der auf dem Wege ist, das Ziel des Stromeintritts zu verwirklichen. (2) Der Einmalwiederkehrer (sakadāgāmī) und derjenige, der auf dem Wege ist, das Ziel der Einmalwiederkehr zu verwirklichen. (3) Der Nichtwiederkehrer (anāgāmī) und derjenige, der auf dem Wege ist, das Ziel der Nichtwiederkehr zu verwirklichen. (4) Der Heilige (arahat) und derjenige, der auf dem Wege ist, das Ziel der Heiligkeit zu verwirklichen.
Mit „Stromeingetretener“ ist derjenige gemeint, der in den Strom [in Richtung Nibbana] eingetreten ist, und derjenige, der auf dem Weg ist, das Ziel des Stromeintritts zu verwirklichen. Es ist derjenige, der den Weg der Edlen betreten hat und derjenige, der die Erfüllung oder Frucht des Stromeintritts verwirklicht hat.
Beide sind Geschenke wert, Gastfreundschaft wert, Gaben wert, sind wert respektvoll begrüßt zu werden. Sie sind der beste Boden für gute Werke in der Welt.
Der edle Jünger wird, wenn ihm das ungetrübte, unbefleckte Auge der Wahrheit aufgeht, mit dem Aufgehen der Erkenntnis von drei Fesseln befreit: dem Persönlichkeitsglauben, der Zweifelsucht, und dem Hängen an Regeln und Riten. Und ferner löst er sich von zwei Eigenschaften, der Begehrlichkeit und dem Haß. (A.III.95; A.VI.89-91)
Derjenige, der nach Vernichtung der drei Fesseln eingetreten ist in den Strom, ist dem Verderben entronnen. Entronnen ist er der Hölle, entronnen dem Tierreich, entronnen dem Gespensterreich, entronnen den niederen Welten, der Leidensfährte, den Daseinsabgründen. Er ist nicht mehr den Daseinsabgründen ausgesetzt, ist gesichert, der vollen Erleuchtung gewiß. (A.V.179; M.34, M.6, M.22, S.LV.24-25, 52)
Der edle Jünger ist erfüllt von unerschütterlichem Vertrauen zum Vollendeten, erfüllt von unerschütterlichem Vertrauen in die Lehre, erfüllt von unerschütterlichem Vertrauen in die Jüngergemeinde des Erhabenen, als da sind: die vier Paare der Heiligen.
Er wird noch maximal sieben Mal unter himmlischen Wesen und Menschen wiedergeboren und setzt dann dem Leiden ein Ende. Diese Person wird genannt "jemand, der höchstens noch sieben Mal wiedergeboren wird” (sattakkhattu-parama).
Mit ‘Einmal wiederkehrer’ (sakadāgāmī) ist gemeint derjenige, der den Pfad der Einmalwiederkehr (sakadāgāmīmagga) verwirklicht hat; und derjenige, der die Frucht der Einmalwiederkehr (sakadāgāmīphala) verwirklicht hat.
Durch den Pfad der Einmalwiederkehr wird man fast frei von den Fesseln sinnlichem Begehren und Übelwollen.
Eine solche Person ist wahrlich vollkommen erlöst von der Hölle, vollkommen erlöst vom Tierschoß, vollkommen erlöst vom Gespensterreich, vollkommen erlöst vom Abweg, von der schlechten Fährte, vom Verderben.
Man kehrt nur noch einmal wieder zu dieser Welt und, noch einmal zurückgekehrt, macht man dem Leiden ein Ende.
Der Anagami ist der Nichtwiederkehrer und derjenige, der auf dem Wege ist, das Ziel der Nichtwiederkehr zu verwirklichen. (A.IX.9)
Durch den Pfad der Niewiederkehr (anāgāmī-magga) wird man völlig frei von den ersten fünf niederen Fesseln. Man erscheint in einer höheren Welt wieder, suddhāvāsa, den ‘Reinen Gefilde', um dort das Nirwana zu erreichen und nicht mehr zu dieser Welt zurückzukehren.
Auch eine solche Person ist wahrlich vollkommen erlöst von der Hölle, dem Tierschoß, dem Gespensterreich, vom Abweg, von der schlechten Fährte, vom Verderben.
Der Arahant ist derjenige, der den Pfad der Heiligkeit (arahattamagga) verwirklicht hat, und derjenige der die Frucht der Heiligkeit (arahattaphala) verwirklicht hat.
Durch den Pfad der Vollkommenen-Heiligkeit wird man außerdem frei von den fünf höheren Fesseln, d.i. Begehren nach Feinkörperlichem Dasein, Begehren nach Unkörperlichem Dasein, Dünkel (siehe māna), Aufgeregtheit (siehe uddhacca), und Unwissenheit (siehe avijjā).
“Nach Versiegung aller Triebe erreicht man schon in diesem Leben die von allen Trieben freie Gemütserlösung und Wissenserlösung, indem man sie selber erkennt und verwirklicht.”
Jene Mönche, die Heilige, Wahnversieger, Endiger sind, die das Werk gewirkt, die Bürde abgelegt, das Heil errungen, die Daseinsfesseln vernichtet haben, die in vollkommener Weisheit Erlösten, sie haben die Strömung der Natur durchkreuzt und sind heil an das andere Ufer gelangt.
Auf dem Weg der vollkommenen Heiligkeit wird Unwissenheit restlos überwunden. Die Meinung „Ich bin“, der Glaube an die Persönlichkeit ist völlig verschwunden.
Nach dem restlosen Verschwinden und der Aufhebung des Nichtwissens werden alle unruhigen Fragen und Gedanken, welche immer es seien, (nämlich) über Alter und Tod, Geburt, Werden, Erfassen, Durst, Empfindung, Berührung, die sechs Sinnesbereiche, Name und Form, Bewußtsein, die Fragen werden aufhören, an der Wurzel abgeschnitten, ausgerodet und vernichtet, so daß sie künftighin nicht mehr dem Gesetze des Wiederentstehens unterworfen sind. (S.XII.35)
Der Arahant hat jeglichen Glauben an die Persönlichkeit aufgegeben; er hat kein Ich-Bewusstsein mehr.
"Er hat (alle) Benennung aufgegeben, ist in keine Behausung eingekehrt; er hat den Durst abgeschnitten nach Name und Form.
Ihn, der die Fesseln durchschnitten, der frei ist von Leid und hoffendem Erwarten, haben Götter und Menschen, suchend nicht gefunden hier und im Jenseits, in den Himmeln und an allen Stätten." (S.I.34)
“Der Arahant zieht durch die Welt ohne anzuhangen, entledigt, selbstbeherrscht. Er hat alle Fesseln, Banden zerschnitten. Bezähmt, frei, unverstört und wunschlos ist er. Gier und Haß hat er gelassen und das Wähnen, triebversiegt lebt er den Heiligen Wandel. In ihm wohnt nicht Trug, nicht Dünkel, selbstlos, ohne Wunsch ist er. Den drei Arten des Begehrens (Sinnlichkeits-, Daseins- und Vernichtungs-Begehren) ist er nicht verfallen. Er hegt kein Begehren nach irgend etwas in der Welt, nach mannigfachem Dasein, sei es hier, sei's drüben. Der Leidenschaft ist er entgangen und geeint sind die Sinne, die sich befreiten. Er wurde stille, leidenschaftsentgangen, ohne Groll, von künftigem Dasein frei. Völlig entkam er der Geburt, dem Tod, und jeder Ungewißheit ist er entronnen.”
(Sn.III.5, Verse 490-500)
Der Geist ist von Natur aus rein. Aber es sind Flecken drauf. Diese Flecken können entfernt werden, indem man die Lehre Buddhas folgt. Wenn alle Fesseln, Hindernisse, Flecken und Makel des Geistes restlos entfernt sind, ist der Geist völlig rein und strahlend.[4]
Wenn wir etwas mit den Sinnen wahrnehmen, kann aus Unwissenheit eine Vorliebe oder Abneigung gegenüber etwas oder jemandem entstehen. Dann wird der Geist von etwas begleitet. Der Geist ist dann unrein. Aber wenn wir Nibbana erreicht haben und dann etwas mit den Sinnen wahrnehmen, dann kann keine Vorliebe oder Abneigung oder Unwissenheit mehr entstehen. Der reine Geist bleibt dann rein, makellos. Wir sind dann frei, ungebunden. Das ist das Endziel, das wir anstreben müssen.
Das Pali-Wort Nibbana bedeutet das Erlöschen. Der Buddha lehrte:
"Alles ist in Brand. Das Auge und die Formen sind in Brand; das Ohr und die Töne sind in Brand; die Nase und die Düfte sind in Brand; die Zunge und die Säfte sind in Brand; der Körper und die Gegenstände sind in Brand; der Geist und die Dinge sind in Brand. Das sechsfache Bewußtsein, die sechsfache Berührung und was durch die Berührung bedingt an Fühlbarem aufsteigt, sei es Wohl oder Wehe oder Weder-wehe-noch-wohl, auch das ist in Brand. Es brennt durch Feuer der Reize, Feuer der Abwehr, Feuer der Verblendung. Durch Geburt, Alter und Sterben, durch Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung brennt es.” (S.35.28)
Solange das alles noch als reizend empfunden wird, ist man noch gebunden, unfrei. Aber wenn die Feuer erloschen sind, wird man entreizt. Durch die Entreizung wird man erlöst. ‘Nichts Höheres gibt es über dieses hier" versteht man da". (S.35.28)
Anhaften an den Sinnendingen, anhaften am Dasein, anhaften an Ansichten, anhaften an Nichtwissen, - dieses Anhaften macht uns unfrei.
Wenn aber das Anhaften restlos ist aufgegeben, restlos ist erloschen, dann ist man frei, ungebunden.
Wenn man der Wirklichkeit gemäß das Entstehen und Vergehen der Sinnendinge, des Daseins, der Ansichten kennt, und auch der Genuß, das Elend und Entrinnen daraus kennt, und insofern dabei keine Lust anhaftet, das nennt man die Entjochung vom Sinnenjoch, vom Daseinsjoch, vom Ansichtenjoch.
Wenn man bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks ihr Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus kennt, insofern hinsichtlich dieser sechs Grundlagen des Sinneneindrucks kein Nichtwissen, keine Unkenntnis anhaftet, das nennt man die Entjochung vom Nichtwissensjoch.
Insofern nun einer nicht haftet und gefesselt ist an die üblen, unheilsamen Dinge, die befleckenden, die Wiederdasein säen, die qualvoll sind und Leid gebären, die von neuem wieder zu Geburt, Altern und Sterben führen, so gilt er als jemand der keine Last mehr trägt, der frei ist, ungebunden, dessen Geist sauber, rein, strahlend, ohne Makel ist. (A.IV.10)
Bezüglich Nibbana sagte der Buddha Folgendes: ”Das Ziel dieser langen Wanderschaft ist der Stillstand aller Gebilde, die Loslösung von allen Daseinsstützen, die Versiegung des Begehrens, die Abwendung, die Aufhebung, das Nibbāna. (A.V.140)
“Drei Arten des Stillseins gibt es; welche drei? - Stillsein in Werken, Stillsein in Worten, Stillsein im Geiste.
Was aber ist Stillsein in Werken? Man steht ab von Lebensberaubung, vom Nehmen des Nichtgegebenen und von Unkeuschheit. Das gilt als Stillsein in Werken.
Was aber ist Stillsein in Worten? Man steht ab vom Lügen, Zutragen, Schimpfen und Geschwätz. Das gilt als Stillsein in Worten.
Was aber ist Stillsein im Geiste? Man gelangt durch Versiegung der Triebe noch bei Lebzeiten in den Besitz der triebfreien Gemütserlösung und Weisheitserlösung, sie selber erkennend und verwirklichend. Das gilt als Stillsein im Geiste.
Was es auch an Gestaltetem und Ungestaltetem[5] gibt, als höchstes darunter gilt die Entsüchtung, nämlich die Dünkelzerstörung, die Stillung des Durstes, die Vernichtung des Haftens, das Durchbrechen der Daseinsrunde, das Versiegen des Begehrens, die Entsüchtung, das Erlöschen, das Nibbana.
Diejenigen nun, die der Lehre der Entsüchtung vertrauen, die vertrauen auf das Höchste. Denen aber, die auf das Höchste vertrauen, ist höchster Segen beschieden. (A.IV.34)
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[1] Das Pali-Wort dukkha bedeutet nicht nur körperliches Leiden, sondern umfasst auch die Frustration, das geistige Leiden, das dadurch verursacht wird, dass alles hier auf der Erde unbefriedigend und unvollkommen ist. Es gibt zwar Freude und Glück, aber die sind nur vorübergehend. Und genau dieses Vorübergehende, dieses Unvollkommene ist die Ursache für Leid und Frustration. Das versteht man unter dukkha.
[3] Jedes „Gefühl“ (vedana), ob angenehm, unangenehm oder gleichgültig, körperlich oder geistig, vergangen oder zukünftig, real oder eingebildet, kann als „Objekt“ unseres Denkens zum Anlass für das Entstehen von Verlangen werden.
[5] Als 'gestaltet' (sankhata) gelten sämtliche materiellen und geistigen Daseinsgebilde (sankhāra); 'ungestaltet' (asankhata) ist lediglich das Nibbāna.